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©2005 G. Höfer

Aktualisiert am
24.01.2006

 

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Tischlerklasse besuchte Roentgen

von links: Studiendirektor Peter Graupner mit den angehenden Tischlern

Tischlerklasse Ti 04 der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler zu Gast im Kreismuseum Neuwied Bad Neuenahr, Neuwied.

Welch ein gelungener Jahresabschluss für die Schülerinnen und Schüler der Tischlerklasse Ti 04 der Berufsbildenden Schule des Landkreises Ahrweiler. Die angehenden Tischler des zweiten Ausbildungsjahres besuchten in der Vorweihnachtszeit. zusammen mit ihrem Klassenlehrer, Studiendirektor Peter Graupner, das Kreismuseum Neuwied. Im Blickpunkt ihres Interesses: Die wertvolle Sammlung der berühmten Neuwieder Kunst- und Kabinettstischler Abraham und David Roentgen. „Der Besuch im Kreismuseum sollte der Höhepunkt der Unterrichtsreihe „Stilgeschichte des Möbelbaus“ sein. Und dank des interessanten Vortrages und der spannenden Führung durch Museumsleiter Bernd Willscheid wurden unsere Erwartungen nicht nur eingelöst sondern noch übertroffen.“, so Klassenleiter Peter Graupner. „Man weiß oft gar nicht, welche Schätze sich in der näheren Umgebung erkunden lassen.“ ergänzt ein Schüler und zeigt sich ebenso wie seine Klassenkameraden beeindruckt vom Lebenswerk von Vater und Sohn Roentgen: Vater Abraham Roentgen (1711 – 1793) übergab sein Geschäft und die Werkstatt 1772 an seinen Sohn David. Beide waren Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeinde in Neuwied. David Roentgen (1743 – 1807) brachte das Geschäft innerhalb kürzester Zeit zu solcher Blüte, dass er zeitweilig mehr als 100 Hobelbänke besetzt hatte. Eine Aufstellung aus dem Jahre 1779 weist die Namen von 30 Gesellen auf. Seine Werkstatt produzierte Pult- und Rollschreibtische, Kommoden und Eckschränke, Sekretäre, Toilettentische, Sitzmöbel, Schatullen, Uhren und Musikinstrumente. Zu den Eigenheiten der roentgenschen Möbel gehört neben den kostbaren Einlegearbeiten meist eine raffinierte technische Ausstattung mit Geheimfächern und komplizierten Mechanismen. Ein an die Zarin Katharina II. von Russland gelieferter Schreibschrank hatte sogar eine Alarmanlage: ein Spielwerk kündigte den Griff eines Unbefugten in ein Geheimfach an. David Roentgen war der Ansicht, dass der persönliche Kontakt mit seinen erlauchten Kunden dem Verkauf seiner Waren förderlich sei. Seine Reisen führten ihn an den Pariser Hof, nach London, Brüssel, Berlin und Petersburg. Noch heute werden Roentgen-Möbel bei Sotheby`s und Christie`s zu Höchstpreisen versteigert. Bleibt zu hoffen, dass den Werkstücken der angehenden Tischlerinnen und Tischler ein ähnliches Schicksal widerfährt.

Peter Graupner, Michael Sauer-Beus für BBS-Pressedienst

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