Rhein-Zeitung - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 28.09.2005, Seite 15.

Anerkennung aus Mainz für Solarprojekt im Kreis

Fotovoltaikanlage auf dem Dach der BBS Bad Neuenahr in Betrieb genommen - Staatssekretärin Jacqueline Kraege zu Gast

BAD NEUENAHR. Geld gab es nicht, aber jede Menge symbolisches Schulterklopfen und eine aus der Tasche gezogene Urkunde für Landrat Jürgen Pföhler und den Kreistag. Das ökologische Großprojekt, die Dächer von neun kreiseigenen Schulen mit Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung auszustatten, wurde von Staatssekretärin Jacqueline Kraege aus dem Ministerium für Umwelt und Forsten als "Landesleitprojekt im Klimaschutz" ausgezeichnet.

Innerhalb einer kleinen Feierstunde in der Berufsbildenden Schule (BBS) Bad Neuenahr überreichte sie gestern Nachmittag Landrat Pföhler die Urkunde. Zuvor kletterte die gesamte Festversammlung auf das Dach der Schule, um die dort schon fertig montierte Fotovoltaikanlage mit einem Druck auf den roten Knopf formell in Betrieb zu setzen. "Durch diese Solarzellen wird ein einfaches Dach zum Kraftwerk", so die Staatssekretärin. Der Landkreis Ahrweiler habe die Problematik rechtzeitig erkannt und verdiene es, ausgezeichnet zu werden.

Immerhin 3,6 Millionen Euro lässt sich der Kreis seinen ganz eigenen technologischen Fortschritt kosten. Auf vier von neun Schuldächern sind die Solaranlagen, verwaltet und betrieben von der kreiseigenen Solarstrom AW GmbH, bereits montiert.

"Ende 2005 werden wir das Ziel unseres Vorzeigeprojektes erreicht haben und produzieren 600 000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom pro Jahr, genug für 130 Einfamilienhäuser", so Pföhler. "Gefördert wurde das Programm mit 3000 Euro pro Dach aus Bundesmitteln", so der Landrat auf Nachfrage der RZ. Die stellvertretende Schulleiterin Gundula Kontakis war sichtlich stolz über den hohen Besuch aus Mainz und überreichte der Staatssekretärin eine Luftaufnahme der BBS, auf der die neuen Fotovoltaikzellen besonders gut zu sehen sind.

Der gewonnene Strom wird in das Versorgungsnetz der RWE eingespeist und kommt dort in den großen Topf. Er dient nicht etwa zur Eigenversorgung der Schule, sondern wird gemäß Gesetz vom Versorger aufgekauft. "Sobald es hell wird, verdienen wir Geld", freute sich Pföhler.

Neben dem Fotovoltaikprogramm setzen der Landkreis und die Kommunen auf weitere alternative Energien, so zum Beispiel auf Holz-Hackschnitzel-Heizungen. Eine solche Anlage soll demnächst in die Hauptschule Bad Neuenahr-Ahrweiler eingebaut werden. (tar)

Rhein-Zeitung - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 28.09.2005, Seite 15.

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