KREISSTADT. Ein Gespräch in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Bad Neuenahr-Ahrweiler leitete eine größere Gesprächsreihe der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU im Kreis Ahrweiler ein. Dabei wollen sich die Politiker ein Bild von der Ausbildungs- und Lernsituation der Schüler machen, um daraus Verbesserungsvorschläge aus der Sicht der Bedürfnisse des mittelständischen Arbeitsmarktes zu erarbeiten.
An diesem ersten Gespräch nahmen von Seiten der Schulleitung Direktor Hans Werner Rieck und seine Stellvertreterin Gundi Kontakis, für die IHK Bernd Greulich und seitens der Mittelstandsvereinigung der Vorstand teil. Ziel dieses Treffens war, den Mangel an Bildung, den viele Ausbilder in den Firmen feststellen, genauer zu ermitteln und zu analysieren. Dabei wurden die Themenkreise "schulischer Bildungsstand", "soziales Umfeld" "Migranten", "Bildungsangebot und Motivation" besonders ausführlich diskutiert.
Die BBS besuchen zurzeit rund 1310 Schüler, davon etwa 460 mit Hauptschulabschluss, 430 mit der mittleren Reife, rund 100 Abiturienten und etwa 20 Schüler ohne jeglichen Schulabschluss. Zum sozialen Umfeld der Schüler konnte die Schulleitung mangels geeigneter Zahlen keine Angaben machen, es wurde aber betont, dass der vom Auszubildenden an sich selbst gestellte Bildungsanspruch maßgeblich von seinem Elternhaus abhänge. "Für eine gute elterliche Erziehung besteht nicht die Notwendigkeit, 24 Stunden für die Kinder anwesend zu sein", betonte BBS-Direktor Rieck. "Es ist vielmehr erforderlich, dass die Eltern den Kindern den Eindruck vermitteln, für sie da und ansprechbar zu sein, wann immer es notwendig ist."
Ausländische Schüler haben an der BBS in Bad Neuenahr einen Anteil von etwa 5 Prozent, wobei türkische und serbische Schüler am stärksten vertreten sind. Dabei sind nach Aussage der Schulleitung die Deutschkenntnisse der Migranten gut, ebenso die Kenntnisse in den Kernfächern. Bemängelt dagegen wurden die Fähigkeiten in den naturwissenschaftlichen Fächern - auch bei den deutschen Schülern. Selbstständiges Arbeiten und Erarbeiten sowie Kreativität durch die Form des Unterrichts würden gefordert und gefördert.
Ein großes Problem stellt den Aussagen nach oft die fehlende Motivation der Berufsschulanfänger dar. Sie könne nur als Gemeinschaftsleistung von Schülern, Eltern, Schule und Ausbildungsbetrieb erbracht werden und ist vor allem davon abhängig, was die Eltern den Schülern vorlebten.
Die Schule kann ihren Beitrag zur Anhebung der Motivation leisten, indem sie die Klassen verkleinert und, wenn möglich, nach der Leistungsfähigkeit der Schüler aufteilt. Auch die Wirtschaft muss ihren Teil beitragen, stellten die Politiker schließlich fest: Mehr Ausbildungsplätze und eine Übernahme nach der Ausbildung steigert die Motivation ungemein.