BAD NEUENAHR. Beim "Tag der offenen Tür" informierten die BBS, die Industrie- und Handelskammer Koblenz, die Wirtschaftsjunioren Rhein-Ahr, die Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit über den derzeitigen "Markt der beruflichen Bildung". Eltern und Schüler, aber auch Ausbilder hatten die Möglichkeit, sich über die Perspektiven beruflicher Bildung zu informieren. Dabei stellt sich eine Fülle von Fragen: Soll ich eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren? Decken sich meine persönlichen Wünsche und Vorstellungen mit denen der beruflichen Praxis? Welche Qualifikationen brauche ich?
Der Schulleiter der Berufsbildenden Schule des Landkreises Ahrweiler (BBS), Hans-Werner Rieck, wies auf verbesserte Bedingungen der BBS hin. Zum Beginn des Schuljahres wurde ein Erweiterungsbau mit sieben weiteren Klassen- und drei Datenverarbeitungsräumen fertig. Künftig haben Berufsschüler, Ausgelernte und Absolventen der Mittleren Reife außerdem die Möglichkeit, im Abendunterricht die Fachhochschulreife zu erwerben. "Damit ist jetzt erstmals der direkte Weg zur Universität geöffnet", freute sich der Schulleiter.
Gieraths von der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler kritisierte das teils niedrige Niveau der Schulabgänger. "Einige Auszubildende kennen die einfachsten Grundrechenarten nicht, die Ausbilder sehen sich aber auch nicht in der Lage, das, was in der Schule versäumt worden ist, in der Ausbildung aufzuholen. Es gilt daher, den Jugendlichen klare Ziele aufzuzeigen und auch die Eltern mit ins Boot zu nehmen", erklärte der Kreishandwerksmeister.
Bernd Greulich, Geschäftsführer der IHK Bad Neuenahr-Ahrweiler, wies auf Möglichkeiten zur Unterstützung hin, die die IHK mit ihrem Angebot "Fit in die Lehre" geben kann. Mehr als 50 Ausbilder in mehr als 60 Ausbildungsberufen der gewerblichen Wirtschaft konnte die IHK im Kreis Ahrweiler gewinnen. "Gegenwärtig sieht es dennoch so aus, dass die Hälfte der Ausbildungsverhältnisse auf fünf Ausbildungsberufe (Hotelfachmann, Bürokaufmann, Koch, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann) entfallen. Viele interessante Ausbildungsberufe - wie der neu geschaffene Kaufmann für Tourismus und Freizeit oder Weinküfer und Fachkraft für Lebensmitteltechnik - führen ein stiefmütterliches Dasein", klärte Greulich auf.
Beim Rundgang durch die Klassen wurden die verschiedenen Schulformen und Ausbildungsberufe vorgestellt. Entspannung bot das Theaterstück "Unaufhaltsam im Mozartjahr 2006" von der Höheren Berufsfachschule Sozialassistenz unter der Leitung von Ingola Schmitz. (ski)