Rhein-Ahr-Rundschau - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler vom 22.04.2005

Kruste und Krumenbild im Test


BAD NEUENAHR. Die Deutschen essen so viel Brot wie nie zuvor. Pro Jahr verzehrt jeder Bundesbürger im Schnitt mehr als 80 Kilogramm Brot und Brötchen. Die Vielfalt der angebotenen Produkte ist dabei so groß wie die Qualitätsunterschiede. Einen Fingerzeig, wo sie mit ihren Backerzeugnissen stehen, bekommen Innungsbäckereien bei der so genannten "Brot- und Brötchenprüfung". Gelegenheit zu dieser freiwilligen Selbstkontrolle hatten jetzt die Bäckermeister im Kreis Ahrweiler.
Die Qualitätsprüfung führt der Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks mit vier Prüfern in ganz Deutschland durch. "Das ist eine Chance für den Bäcker, Betriebsblindheit zu vermeiden", findet Kreis-Innungsmeister Gregor Degen. Dabei möchte Qualitätsprüfer Karl-Ernst Schmalz mit seiner Wertung die Betriebe nicht an den Pranger stellen. Im Gegenteil: "Wir sind für den Bäcker da, geben Tipps und Hinweise."
Interessant und hilfreich ist die Brot- und Brötchenprüfung auch für den Bäckernachwuchs. Schließlich sind es die angehenden Bäcker und Bäckereifachverkäufer, die später in der Backstube oder hinter der Theke stehen und die Kunden beraten müssen. Und so nutzten die Azubis, die an der Berufsbildenden Schule den theoretischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, die Chance, um Prüfer Schmalz bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen.
Die Feststellung der Fehler und die Bewertung erfolgt nach den Richtlinien der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Dabei verfahren die Prüfer nach einem Fünf-Punkte-System, maximal können 100 Punkte erreicht werden.
Etwa 30 bis 40 Prozent der 42 Kreis-Innungsbetriebe nehmen alljährlich an der Qualitätsprüfung teil. Zu Beginn der diesjährigen Brot- und Brötchenprüfung herrschte weniger Andrang: Zum ersten Prüfungsmorgen haben gerade einmal zwei Bäckereien ihre Produkte in die Berufsbildende Schule nach Bad Neuenahr gebracht. "Vor zehn bis elf Jahren bin ich jedem Betrieb hinterhergerannt", erinnert sich Innungsmeister Gregor Degen, "das tue ich nicht mehr." (peo)
(KR)

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