Blick aktuell (Krupp-Verlag) - Ausgabe Bad Neuenahr-Ahrweiler KW 07/2005

Schüler und Eltern informierten sich beim Berufsinfomarkt an der BbS

Jungen Menschen die Entscheidung erleichtern

Kreisstadt/Kreisgebiet. Als das vorrangige Ziel der neunten Ausgabe des "Berufsinfomarkt" in der Berufsbildenden Schule des Landkreises Ahrweiler (BBS) nannte Schulleiter Hans-Werner Rieck "die Entscheidungsfindung für die jungen Menschen für ihr weiteres Schul- und Berufsleben zu erleichtern". Engagierte Partner der veranstaltenden BBS waren wieder die Kreishandwerkerschaft, die Industrie und der Handel, die Industrie- und Handelskammer Koblenz, die Arbeitsagentur Mayen und die Wirtschaftsjunioren Rhein-Ahr.
Appetit auf Informationen machten den vielen Eltern und Schülern nicht nur die Quarkbällchen der Bäckerinnung, die für einen guten Zweck im heißen Fett siedeten und deren Duft verführerisch die Schule durchzog. Hier stellten sich viel mehr praxisnah und realistisch ohne Verführungsduft das vielschichtige Bildungsangebot und die traditionellen und neuen Ausbildungsberufe vom Gesundheitskaufmann bis zum Elektroniker vor.
Großes Lob insbesondere für die Berufsbildenden Schule von den Landtagsabgeordneten Guido Ernst (CDU) und Petra Elsner (SPD) notierte Schulleiter Rieck sichtlich gern und will sie bei der nächsten Dienstbesprechung der Schulkonferenz vortragen. Auch die Kreisbeigeordnete Ingrid Näkel-Surges, selbst Pädagogin, verteilte gute Noten an die BBS, die "immer innovative Schritte" erfolgreich unternehme.
Freie Ausbildungsstellen Die auskunftsfreudigen und fachkundigen Vertreter der Veranstalter bezeichneten den Berufsinfomarkt als "idealen Tag zur Information", so Thomas Schoofs, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft in Ahrweiler. Er legte eine top-aktuelle Liste mit 30 noch freien Ausbildungsplätzen vor. Denn trotz des "angespannten Ausbildungsmarktes" gibt es noch attraktive freie Ausbildungsplätze, berichtete Gabriele Breitbach von der Arbeitsagentur Mayen. Dass diese noch nicht besetzt sind liege an den "individuellen Interessenlagen der Jugendlichen" und auch an den teils hohen Anforderungen.
Aber: "Die Qualifikation sichert unsere Zukunft", mahnte für die Wirtschaftsjunioren Rhein-Ahr Harald Werth.
Dr. Bernd Greulich, Leiter der IHK-Bezirksstelle in der Kreisstadt, sah wohl in 2004 eine leichte Steigerung beim Ausbildungsplatzangebot. Nur machen ihm wie auch Gabriele Breitbach Defizite bei der Ausbildungsreife Sorgen. Wie die Arbeitsagentur bietet auch die IHK hierzu Hilfe an.
Nach Greulich standen allein beim Berufsinfomarkt 50 erfahrene Ausbilder den Eltern und Schülern mit Rat und Auskunft zur Verfügung.
Einer von ihnen ist Rolf-Peter Degen, Ausbildungsleiter Elektrotechnik, bei der Firma Heuft Systemtechnik in Burgbrohl. Ein expandierendes Unternehmen mit 400 Mitarbeitern in Deutschland und 200 im Ausland. Heuft hat unter anderem noch einen Ausbildungsplatz als IT-Systemelektroniker zu besetzen. Dabei vertritt Degen bei der Suche eine Philosophie, die für diesen Hightech-Berufs durchaus in der Tradition des Handwerks verankert ist: Ein junger Mann oder junge Frau, etwa 16 bis 17 Jahre, Mittlere Reife mit mittlerem bis gutem Durchschnitt, naturwissenschaftlich orientiert und mit Vorkenntnisse die "über den Gameboy hinausgehen", engagiert und selbstbewusst. Eben eine Persönlichkeit "die ich mit entwickeln kann". Einen Einser-Abiturienten oder Hochschulabsolventen meint er nicht. Aber einen Bewerber, der später "stolz auf seinen Beruf und das Erreichte ist". Dass es diese jungen Menschen gibt, weiß er aus seiner Ausbildungspraxis bei Heuft seit 1988. Fast hundert Auszubildende hat er begleitet und geschult, alle waren erfolgreich und wurden bei Heuft eingestellt.
- GMI -

zurück zum Pressespiegel