Gipfelstürmer
an der BBS Kletterwand in der Turnhalle der BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler
wurde offiziell übergeben
An die Decke gehen und Sich abseilen, das Ganze pädagogisch gewollt
und unter den wachsamen Augen der eigens geschulten Sportlehrer
die neue Kletterwand der BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler macht´s möglich.
Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Vor einem Jahr noch erschien es nicht wenigen als eine fixe Idee, ein
nicht zu realisierender Traum enthusiastischer Extremsportler und phantasiebegabter
Erlebnispädagogen. Doch der Traum wurde Wirklichkeit: Die Installation
einer multifunktional nutzbaren Kletterwand in der Sporthalle der Berufsbildenden
Schule Bad NeuenahrAhrweiler, die am Mittwoch, dem 04.12.02 unter
dem Beifall aller Beteiligten und Sponsoren offiziell ihrer Bestimmung
übergeben wurde. Vorausgegangen war ein Jahr intensiver Planungs-
und Organisationstätigkeit unter Federführung von Oberstudienrat
Walter Zuber und Studiendirektor Gerd Larscheid in Zusammenarbeit mit
Büroleiter Heiner Schmickler. Es galt Angebote einzuholen, Experten
zu konsultieren, das Plazet der Schulleitung zu gewinnen, Lehrer und
Schüler für die Mitarbeit am Projekt Kletterwand 2002
zu motivieren und last but not least Sponsoren an Land zu
ziehen, welche den pädagogischen Nutzwert einer Kletterwand
erkennend - bereit waren in das Projekt zu investieren. Endlich konnte
am 22.10.02 mit der Montage der Wand begonnen werden. Ein aufwendiges
Unterfangen, das Dank tatkräftiger Unterstützung durch 16
Schüler des Berufsgrundbildungsjahres Metalltechnik unter ihrem
Klassenleiter Guido Höfer innerhalb von nur 10 Tagen realisiert
wurde. Im Rahmen des fachpraktischen Unterrichtes montierten die Schüler
des BGM 02 sowohl die komplette Unterkonstruktion - die dafür nötigen
Balken wurden von der Klasse BVJ 1/2 Holz und ihrem Klassenleiter Harald
Jost vorbereitet als auch die senkrechten Platten in bis zu 7
Metern Höhe! Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen:
Eine 7
Meter hohe und 14 Meter breite Kletterwand bestehend aus insgesamt 26
Platten, an denen über 1000 (!) Gewindehülsen für die
Griffmontage angebracht und weit über 200 Klettergriffe festgeschraubt
wurden. Auf über 70 m² Kletterfläche gibt es 13 Routen
verschiedener Schwierigkeitsstufen, so dass Anfänger ebenso auf
ihre Kosten kommen wie Eiger-Nordwand erprobte Kletterhasen. Für
das Stecken der Routen zeichnen sich in Peter Retterath und Peter May
ausgewiesene Experten des Deutschen Alpenvereins, Sektion Koblenz verantwortlich.
Ohne
die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, so stellt Schulleiter
Hans Rieck jedoch klar, wäre die Realisierung des Projekts
Kletterwand zweifelsohne gescheitert. Der Dank der Schule gilt
in diesem Zusammenhang dem Verein der Freunde und Förderer der
BBS Bad Neuenahr-Ahrweiler, welcher sich an der Finanzierung beteiligte,
Reiner Berg vom Trekkingsausrüster Basislager, der
Seile und Gurte bezuschusste und in besonderem Maße der Sparkasse
Ahrweiler, die durch ihr finanzielles Engagement maßgeblich half
die Idee von der schuleigenen Kletterwand zu verwirklichen.
Es
ist uns gelungen, so Walter Zuber, alle Beteiligten von
unserer Idee zu begeistern und ihnen den Wert dieses ehrgeizigen Projekts
zu verdeutlichen.
Denn so
mag sich der geneigte Leser fragen: Was soll eine Kletterwand an einer
Berufsbildenden Schule? Lohnt der betriebene Aufwand und wenn schon
Schulsport, dann doch bitte in althergebrachter Weise, Leichtathletik,
Ballspiele, Badminton. Fragen und kritische Anmerkungen, die Gerd Larscheid,
seines Zeichens auch Sportlehrer, wohl zu entkräften weiß:
Die
Möglichkeiten, die eine Kletterwand bietet, decken sich in besonderer
Weise mit den gewachsenen praktischen und theoretischen Anforderungen,
welche Schüler, Gesellschaft und der duale Partner an Schule im
Allgemeinen und Sportunterricht im Besonderen stellen. Schließlich
sind Teamfähigkeit, Vertrauen und Disziplin alles andere als ausschmückende
Worthülsen, wenn es um das Klettern geht.
Wer selbst
schon einmal geklettert ist, weiß um die besonderen Anreize und
Herausforderungen, die dieser Sport bietet: Körperbeherrschung,
Konzentration, das ökonomische Haushalten mit den eigenen Kräften
und Vertrauen auf denjenigen, der den Kletterer absichert, sind beim
Aufstieg ebenso gefragt wie das Los Lassen Können und freihändiges
Abseilen auf dem Weg nach unten. Ohne praktizierte Teamfähigkeit
ist Klettern schlichtweg nicht möglich., so Walter Zuber.
Ich
habe gar nicht gewusst, wozu ich fähig bin, umschreibt ein
Schüler aus dem Berufsgrundschuljahr Metall seine Hochgefühle,
nachdem er den Gipfle gestürmt und heil und glücklich in den
Niederungen der Sporthalle angekommen ist. Außerdem ist
das wirklich mal etwas anderes, ergänzt ein Mitschüler.
Klettern ist anstrengend macht trotzdem unglaublich Spaß.
Spaß,
in dessen Genuss in den nächsten Jahren noch zahlreiche Schülerinnen
und Schüler der BBS Bad NeuenahrAhrweiler kommen werden.
Getreu dem Motto: Der Berg ruft!
Text: Michael
Sauer-Beus
Fotos:
Guido Höfer
INFO: bbs-news@bbs-ahrweiler.de
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