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©2005 G. Höfer

Aktualisiert am
19.06.2007

 

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Tipps zum Grillen im Freien
Neben Sicherheit auch auf den Umweltschutz sowie die Gesundheit achten

1. Problematik

Auf deutschen Terrassen kommt er jeden Sommer rund 70 Millionen Mal zum Einsatz: der Holzkohlegrill. Oft aber wird das Grillvergnügen zum Alptraum. Mit den warmen Tagen hat allerorten in Deutschland die Grillsaison Hochkonjunktur.

Dieses beliebte Freizeitvergnügen birgt aber auch Tücken in sich: konstruktive Gerätemängel und - mehr noch - unvorsichtiges Hantieren führen alljährlich zu teilweise sehr schweren Unfällen. Pro Jahr passieren in Deutschland rund 4.500 Grillunfälle, rund 500 davon sogar mit schwersten Verbrennungen.

Häufigste Unfallursache ist Spiritus oder Benzin. Beides kann beim Anzünden der Grillkohlen förmlich explodieren. Solche Gefahrstoffe haben beim Grillen deshalb nichts zu suchen.

2. Beratungsaussagen/Empfehlungen

•Die Vorbereitung einer gelungenen Grillparty beginnt schon bei der Auswahl des Grillgerätes, das standfest sein muss und keine scharfkantigen Bleche und spitzen Ecken aufweisen darf. Es lohnt sich, auf das Zeichen „GS“ zu achten; nur Geräte, deren Sicherheit von Hersteller unabhängigen Prüfstellen bestätigt wurden, dürfen dieses Zeichen tragen.

•Den Grill immer im Windschatten aufstellen, weil andernfalls Funkenflug und aufwirbelnde Asche drohen. Brennbares, wie Sonnenschirm oder Markise, haben nichts über dem Grill zu suchen.

•Um auch die gesundheitlichen Risiken des Grillens klein zu halten, sollten Geräte mit senkrechtstehender Glutwand oder auch Gasgrillgeräte mit Wärmezufuhr von oben bevorzugt werden. Sie produzieren weniger Rauch und weniger krebserregende Stoffe wie Nitrosamine und PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

•Mit dem eigentlichen Grillen darf erst begonnen werden, wenn die Holzkohle durchgeglüht und von einer feinen weißen Aschenschicht bedeckt ist. Dies ist nach ca. 20 bis 30 Minuten der Fall.

•Die Lebensmittel auf dem Grillrost müssen ausreichend Abstand (ca. eine Handbreit) von der Glut haben, damit sie nicht verkohlen..

•Häufigste Unfallursache bei der Benutzung von Holzkohlegrillgeräten ist das Anzünden und insbesondere das Wiederanzünden der Holzkohle mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten (Brennspiritus, Benzin), die schnell zu einer gefährlichen Gaswolke verdunsten und sich explosionsartig entzünden und zu schwersten Verbrennungen führen können. Besonders gefährdet sind Kinder. Diese Gefahrstoffe haben beim Grillen nichts zu suchen.

•Statt dessen sollten die in vielfältiger Form (Würfel, Riegel, Pasten) angebotenen speziellen und wenig qualmenden Grillanzünder für Holzkohle verwendet werden.

•Als Brennmaterial sind allein Holzkohle oder Holzkohlebriketts geeignet, keinesfalls Tannen- und Kiefernzapfen, Holz oder Papier.

•Die Herstellung des geeigneten Brennmaterials kann aber umweltschädlich sein: beim traditionellen Meilerverfahren , bei dem der fast abgedeckte Holzstapel relativ ungleichmäßig abbrennt, entstehen durch die schlechte Sauerstoffversorgung größere Mengen an schadstoffhaltigen Rauchgasen. Im Gegensatz zu den Entwicklungsländern wird diese Technik zur Gewinnung von Holzkohle hierzulande kaum mehr eingesetzt.

•Besonders umweltfreundlich ist Holzkohle, die aus heimischen Laubhölzern hergestellt wird. Das Holz fällt bei der Durchforstung der Wälder an. Es wird in einer Spezialretorte auf 550 Grad Celsius erhitzt, ohne mit den Rauchgasen der Feuerung in Berührung zu kommen. Die dabei entstehenden Schwelgase werden abgesaugt und getrennt verbrannt. Mit ihrer Energie wird der Verbrennungsprozess aufrecht erhalten.

•Im Handel gibt es auch Briketts, die zu 100 % aus Kokosnussschalen bestehen. Sie werden im Meilerverfahren hergestellt und weisen wegen der Resteverwertung eine bessere Ökobilanz auf, als aus Tropenholz hergestellte Billigholzkohle. Trotzdem ist zu überlegen, ob unbedingt aus anderen Ländern Brennmaterial zum Grillen in das waldreiche Deutschland eingeführt werden muss.

•Holzkohle aus einheimischen Laubhölzern lässt sich leichter als das Recyclingprodukt mit den handelsüblichen Zündhilfen anzünden. Sie strahlt ihre Hitze mit gleichmäßiger und höherer Intensität ab als die Kokosnussschalen-Briketts. Dafür halten diese die Glut länger.

•Manche Holzkohlenbriketts werden mitunter in einer sehr schlechten Qualität, beispielsweise mit hohem Fremdanteil, angeboten. Die Folge sind geringe Heizwerte. Das DIN-Prüfzeichen bietet hier eine gewisse Orientierungshilfe.

•Die Abluft des Brennmaterials kann krebserzeugende Nitrosamine aufweisen, die sich an das Grillgut anlagern können. Hier schnitt die Holzkohle besser ab. Deshalb empfiehlt der Hersteller der Kokosbriketts für sein Produkt einen Vertikalgrill zu benutzen. Das Brennmaterial ist hier in einem Mittelkorb untergebracht, zu dessen Seiten zwei dreh- und verschließbare Drahtkörbe für das Grillgut angebracht sind. Fett tropft an den Seiten herunter und kommt mit der Glut überhaupt nicht in Berührung.

•Grundsätzlich weist Grill-Holzkohle aus dem Retortenverfahren niedrige Schadstoffwerte auf. PAKs fanden sich bei den Produkten nur in geringen Mengen bzw. bei der Holzkohle nach dem Durchglühen gar nicht mehr in der Abluft.

Richtiges Grillen will gelernt sein

•Getrübt wird das Grillvergnügen durch Warnungen vor gesundheitlichen Risiken, die beim falschen Grillen entstehen können. So bilden sich krebserregende Benzypyrene, wenn Fleischsaft, Fett oder Marinade in die Glut tropft und dort verbrennt. Der belastete Rauch schlägt sich dann auf dem Grillgut nieder oder wird eingeatmet. Fleisch mit einer braun-schwarzen Kruste enthält meist besonders hohe Werte.

•Gepökeltes dagegen darf generell nicht auf den Grill, weil sich durch die hohen Temperaturen krebserregende Nitrosamine aus dem Nitrit des Pökelsalzes bilden können. Darunter fallen Wiener Würstchen, Kasseler, Leberkäse, Schinken und geräucherter Speck. Als Brat- oder Grillwürstchen deklarierte Ware darf kein Pökelsalz enthalten.

•Aus gesundheitlichen Gründen ist außerdem vom Überbacken mit Käse abzuraten. Auch auf ein paar Spritzer Bier sollte man beim Grillen lieber verzichten - es qualmt, und Asche verteilt sich auf dem Grillgut.
•Eingefleischten Grillgourmets empfiehlt die Verbraucher-Zentrale Hessen nur fettarmes Fleisch, magere Wurst oder Fisch zu verwenden. Doch wer einmal Vegetarisches vom heißen Eisen probiert hat, lässt Nacken, Bauch und Co. auch schon mal links liegen.

•Geeignet sind Paprika, Zucchini, Lauch, Zwiebeln, Pilze oder Kartoffeln, die mit Knoblauch, Kräutern und Olivenöl gewürzt werden. Aber auch Obst mit festem Fruchtfleisch wie Äpfel, Pfirsiche, Aprikosen oder Bananen eignet sich zum Aufspießen. Dazu noch verschiedene Brote, Saucen und Salate und das Grillvergnügen ist perfekt.

3. Literatur/Quellen:

Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e.V. (AgV) (Hrsg.):
Verbraucherpolitische Korrespondenz vom 2. und 11.7.1996.
Verbraucherpolitische Korrespondenz vom 12. Mai 1998.
Stiftung Warentest (Hrsg.):
Test Nr. 7/96.
Test Nr. 6/97.
Test Nr. 7/98.
Ratgeber Umwelt 1993.

Verbraucher-Zentrale Bayern (Hrsg.):
Pressemitteilung vom 3.6.1996.
Pressemitteilung vom 3.6.1997.

Verbraucher-Zentrale Hessen (Hrsg.):
Tipps zum Grillen im Freien; Pressemitteilung vom 3.7.1996.

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