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©2005 G. Höfer

Aktualisiert am
12.02.2006

 

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Dezember 2005
„Babybedenkzeit - Ein Elternpraktikum für Jugendliche“

 

17 Jahre jung, Mutter und dann ...... ?

Berufsfachschülerinnen der BBS beteiligen sich am Caritas-Projekt: „Babybedenkzeit - Ein Elternpraktikum für Jugendliche“

Bad Neuenahr . Die Geburtenrate in der Bundesrepublik Deutschland gehört zu den niedrigsten der Welt. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Mädchen bzw. jungen Frauen, die ungewollt schwanger werden seit einigen Jahren wieder zunehmend. Und dies, obwohl wir in einer Gesellschaft leben, in der sexuelle Aufklärung vermeintlich zum Allgemeingut zählt und als gleichsam selbstverständlich gilt. Doch der Schein trügt. Reden über Sex und eine zunehmende Sexualisierung in Medien und Werbung sind nicht gleichzusetzen mit einem bewussten und aufgeklärten Umgang mit der eigenen Sexualität und wichtigen Kenntnissen über diese.
Dass eine Schwangerschaft und das Austragen eines Kindes einen tiefen Einschnitt nicht nur, aber in besonderem Maße im Leben einer jugendlichen Schülerin und des u.U. genau so jungen Vaters des Kindes darstellt, ist zwar auch den Schülerinnen und Schülern der Klasse BF 2 H 05 (Berufsfachschule 2 Hauswirtschaft) der BBS des Landkreises klar. Was dies aber in der konkreten Situation für die Betroffenen bedeutet, davon hat man bisweilen doch nur ein recht diffuses Bild. Hier setzt das Projekt „Babybedenkzeit - Ein Elternpraktikum für Jugendliche“, veranstaltet vom Caritas-Verband für die Region Rhein-Mosel-Ahr e.V., an.
"Werden wir das wohl schaffen und so lange durchhalten…?" fragten sich sechs Schülerinnen der BF 2 der BBS, die sich bereiterklärten als Probanten an diesem Projekt mitzuarbeiten.
Babysimulatoren als pädagogisches Instrument sollten ihnen realitätsnah ein "Leben mit einem Kind auf Zeit" vermitteln. Reflexion der eigenen Lebenssituation, Erkennen der vielfältigen Anforderungen an Elternschaft und Auseinandersetzung mit dem eigenen Kinderwunsch waren nur einige Ziele dieses Selbstversuchs und der damit einhergehenden Unterrichtsreihe.
Anfang Dezember 2005 ging es los: Anna, Sarah, Sabrina, Katharina, Melanie und Michaela erhielten die programmierten Babysimulatoren, die wie richtige Babys schreien, egal wann und wo. Dann mussten sie versorgt werden, z. B. mit einer frischen Windel oder dem Fläschchen. Deshalb war die Nachtruhe oft sehr kurz. Morgens, zu Beginn des Unterrichts wurden die "Babys" bei "Pflegeeltern" abgegeben, um sie nach der Schule wieder in Empfang zu nehmen und in der Babytrage mit Bus und Bahn nach Hause zu bringen. Die Schülerinnen wurden häufig von Passanten auf ihr "Baby" angesprochen. Nach 4 Tagen und 3 Nächten war das Projekt beendet. "Jetzt wissen wir dass ein Baby nicht nur süß und niedlich ist, sondern auch viel Verantwortung, Fürsorge und Zeit beansprucht. Nun freuen wir und wieder auf eine "störungsfreie Nacht"."
Die Mitarbeiterinnen der Caritas, Frau Noldt und Frau Müller-Lüscher sowie Frau Greuel als Fachlehrerin begleiteten die Klasse mit themenbezogenem Unterricht und behandelten u.a. Fragen wie: „Wo bekommt die Schwangere Hilfe?“, Wie gehe ich mit Stresssituationen und dem Problemfeld „Empfängnisverhütung“ um?“. Von allen Beteiligten wurde das Projekt als großer Erfolg gewertet, was nicht zu letzt am Engagement und Interesse der Schüler lag.
"Nicht nur wegen der zahlreichen Misshandlungen gerade von Babys, über die wir ja leider fast täglich in den Nachrichten hören, war es ganz wichtig sich mit dieser Thematik zu beschäftigen", äußert eine junge Frau und ihre Mitschülerin ergänzt: „Auch weil wir uns jetzt ganz anders darüber klar sind, was es bedeutet in unserm Alter ein Kind zu kriegen und welch große Verantwortung ein Kind mit sich bringt“
Auch Adelheid Greuel, die Klassenlehrerin, zeigt sich begeistert: “Ich kann auch meinen Kolleginnen und Kollegen dieses Projekt nur wärmstens empfehlen. Die Zusammenarbeit mit den Profis von der Caritas hat den Unterricht zu diesem wichtigen Themenfeld über das übliche Maß hinaus erweitert und vertieft.“

Adelheid Greuel, Michael Sauer-Beus für BBS-Pressedienst

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